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Dr. Heinz Malzahn - Gemmologisches Labor / Diamantenhandel
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Warum kann man den härtesten Stoff Diamant doch schleifen?

»Diamant« und »Härte 10« sind zu einer begrifflichen Einheit verschmolzen: der härteste aller Stoffe, der allerhöchste Härtegrad! Da drängt sich die Frage auf, wie man Diamant überhaupt schleifen kann, wo doch normalerweise Hartes mit Härterem bearbeitet wird?

Was sagt »Härte 10« eigentlich konkret aus? Die einfachste in der Mineralogie angewendete Härteskala geht auf den Mineralogen Friedrich Mohs (1773 - 1839) zurück. Er stellte eine Folge von zehn Prototypen auf. Das Mineral mit der höheren Zahl ist dabei in der Lage, das in der Reihenfolge darunterliegende zu ritzen (daher: Ritzhärte). Der Korund - Härte 9 - mit seinen edlen Varietäten Rubin und Saphir zum Beispiel ist nur durch den Diamanten zu bezwingen, denn der ist mit Härte 10 »Adamas«, der Unbezwingbare.

Die Mohs'sche Härteskala ist schon durch ihre einfache Anwendung ein wertvolles Hilfsmittel bei der Mineralbestimmung. Doch nennt sie die Härte nur im Vergleich mit anderen Stoffen - die tatsächliche physikalische Härte ist durch die zehn Zahlen nicht ausdrückbar.

140mal härter als Rubin!

Die Härte eines Stoffes ist im Prinzip immer durch die angewendete Bestimmungsmethode definiert. In der Technik wendet man ganz unterschiedliche Messverfahren und -geräte an. Man misst zum Beispiel die Eindringtiefe, die ein genormter Prüfkörper (Kegel, Kugel, Pyramide) bei einer Druckanwendung im Prüfling hinterlässt, und schließt dann auf die Härte des Stoffes.

Das Mikrohärte-Messverfahren nach Vickers zum Beispiel zeigt, dass Diamant wesentlich härter ist, als die Zahl 10 zum Ausdruck bringen kann. Die Grafik unten zeigt deutlich den eigentlichen Unterschied zwischen Härte 9 und 10.

Die Beziehung zwischen der Ritzhärte nach Mohs und der Mikrohärte nach Vickers für die Mineralien der Mohs-Skala und einige synthetische Hartstoffe

Für die Bearbeitung von Hartstoffen ist weniger der Widerstand eines Stoffes gegen das Eindringen eines Prüfkörpers interessant, sondern eher der Widerstand gegen Abschliff. Mit einem speziellen Messverfahren kann man die Schleifhärte nach Rosiwal bestimmen. Mit diesem Verfahren wird die Überlegenheit des Superhartstoffes Diamant noch deutlicher. Setzt man nach dem Rosiwal-Verfahren den Wert für Korund auf 1.000, ergibt sich für Quarz der Wert 120; Topas erreicht 175 und Diamant den sagenhaften Wert 140.000. Nach diesem Verfahren ist Diamant also 140mal härter als Korund - also als die ebenfalls außerordentlich harten Edelsteine Rubin und Saphir - in der Mohs-Skala ist dies jedoch nur ein einziger Schritt: von 9 bis 10!

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