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Dr. Heinz Malzahn - Gemmologisches Labor / Diamantenhandel
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Rohdiamanten
Über den Rohdiamanten.

Oktaeder und deren typische Zwillingsbildung

Die häufigste Kristallform unter den Diamanten, die frei und ungehindert auskristallisieren konnten,
ist der Oktaeder.
Die achtflächige Doppelpyramide ist die einzige Wuchsform des Diamanten, bei der ideal ebenflächige und scharfkantige Kristalle vorkommen. Die sehr seltenen, absolut scharfkantigen, größeren Exemplare werden im Rohdiamanthandel als Glassie, die kleinen als Kristall bezeichnet.

Die Mehrzahl der Oktaeder ist jedoch nicht so ideal ebenflächig entwickelt. Die Oberflächen zeigen trisymmetrische Abstufungen und/oder typische dreieckige Ätzgruben. Die Kristallkanten sind meist durch Lösungs- oder Wuchsvorgänge gerundet. Für Kristalle aus der Argyle Mine in Australien sind sechseckige bis runde Oberflächenmarken (Lösungserscheinung) typisch.
Die Häufigkeit von Oktaederkristallen schwankt von Lagerstätte zu Lagerstätte sehr stark. Während solche Kristalle in den Diamantgruben Sakhas (russische Föderation) oder in Sierra Leone charakteristisch sind, können sie an anderen Fundpunkten eine Seltenheit sein.

Von Zwillingskristallen spricht man, wenn eine Form aus 2 oder mehreren Einzelkristallen besteht, die immer gleich und gesetzmäßig miteinander verwachsen sind. Gesetzmäßig bedeutet hier, dass die Verwachsung immer der gleichen Symmetrie folgt und durch Spiegelung an einer Ebene oder Drehung um eine Symmetrieachse hergeleitet werden kann.

Diamant bildet recht häufig Zwillingskristalle, die als charakteristisch flache Steine mit dreieckigem Umriss zu beobachten sind. Im Diamanthandel werden diese Zwillinge als Macles (aus dem französischem), Triangels oder Dreieck-Nahtsteine bezeichnet.

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