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Irreguläre Kristallformen
Unregelmäßig geformte Steine, deren gesetzmäßiger, kristalliner Aufbau nicht oder nur schwer äußerlich erkennbar ist, entstehen, wenn die Bildungsbedingungen nicht ideal sind. Das trifft u.a. zu wenn, neben dem Diamanten entstandene andere Minerale ein freies Wachstum der Diamantkristalle behindern. Diamanten können miteinander oder ineinander verwachsen sein. Kann man bei den Verwachsungen eine gesetzmäßige Wiederholung durch spiegelsymmetrische Anordnung von Flächen nach definierter Drehung um eine Symmetrieachse erkennen, handelt es sich um Zwillingsbildung, sonst spricht man von irregulären Formen oder Aggregaten.
Setzt sich der Stein aus zahllosen, sehr kleinen Einzelkriställchen zusammen, handelt es sich um eine polykristalline Ausbildung. Ein sehr charakteristischer Diamanttyp mit sub-mikroskopisch kleinen Kristalliten wird in Brasilien und in Zentralafrika gefunden. Diese polykristalline Diamantform sieht wie kleinstückiger Koks aus und wird Carbonado genannt.
Radialstrahlig strukturierte, kugelige Typen, die auch in diesen Gebieten gefunden werden, nennt man Ballas.
Ideale Bildungsbedingungen sind bei der Diamantentstehung die Ausnahme.
Von den jährlich weltweit gewonnenen über 40 Millionen Karat (1 Karat = 0,2Gramm) Rohdiamanten haben ca. 90% der Steine unregelmäßig verzerrte und verwachsene Formen.
Die Durchschnittsqualität der gewonnenen Diamanten schwankt von Lagerstätte zu Lagerstätte sehr stark. In Namibia und Angola findet man die durchschnittlich wertvollsten und in Australien sowie in der Republik Kongo (Mbuji Mayi-Region), die durchschnittlich minderwertigsten Steine.
Wir legen die Betonung auf Durchschnittsqualität der Gesamtförderung einer Mine. Einem Einzelkristall, ob es sich nun um einen wunderbar scharfkantigen, klaren, weißen Oktaeder oder um eine unscheinbare, irreguläre Kristallform handelt, kann man die Herkunft nicht ansehen (siehe Wissenswertes).
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