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Dr. Heinz Malzahn - Gemmologisches Labor / Diamantenhandel
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geschliffener Diamant
Über den geschliffenen Diamanten.

Geschliffener Diamant

Einen Idealschliff eines Diamanten kann es nach unserer Meinung nicht geben.

Mit einem zweckmäßigem Schliff kann man die optischen Eigenschaften eines Edelsteins besonders vorteilhaft zur Wirkung bringen. Unter den Edelsteinmineralen hebt sich der Diamant durch hohe Polierfähigkeit und einem damit verbundenen hohen Oberflächenglanz (hohes Reflexionsvermögen) hervor. In Diamant wird das Licht ganz allgemein stärker abgebremst (gebrochen) als in den meisten anderen Edelsteinen. Dieses physikalische Gesetz verursacht den hohen Lichtbrechungsindex.

Weißes Licht setzt sich bekanntlich aus den verschiedenfarbigen Lichtarten des Regenbogens zusammen, und jede dieser Lichtarten wird verschieden stark abgebremst (abgelenkt). Die Auffächerung des weißen Lichtes in seine farbigen Komponenten wird Dispersion genannt. Große Unterschiede im Brechungsverhalten einzelner Lichtkomponenten bedeutet hohe Dispersion und führt zu lebendigem Farbenspiel, wie wir es vom Prisma oder eben von einem perfekt geschliffenen Brillanten kennen.

Das Ergebnis des Schliffs ist die Gesamtwirkung von Oberflächenglanz, Lichtreflexion auf und im Stein, die Lichtstreuung durch die Dispersion und bei Bewegung des Steins. Diese Wirkung fasst man unter dem Begriff Brillanz (französisch briller = glänzen) zusammen.

Für die Menge des aus dem Stein zurückgeworfenen Lichtes (Totalreflexion), also für die Helligkeit des Steins, sind in erster Linie die Winkel der Unterteilfacetten verantwortlich. Die bunte Dispersion dagegen ist von der Anlage der Oberteilfacetten, die wie ein Prisma wirken müssen, abhängig. Zwischen maximaler Lichtausbeute und maximaler Dispersion muss immer ein Kompromiss eingegangen werden. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten sich die Diamantschliffe traditionell und unter rein praktischen Gesichtspunkten und Erfahrungen (siehe »Historisches«). Der Brillantschliff setzte sich als eine optimale Schliffvariante durch. Er wird durch 32 Facetten die in 8-zähliger Symmetrie um eine zentrale Tafel auf dem Oberteil des Steins angeordnet sind und durch 24 Unterteilfacetten charakterisiert (s.auch Bildtafel). Obwohl Brillant eigentlich nur eine Schliffbezeichnung ist, steht dieser Begriff auch allein verwendet, immer für einen entsprechend geschliffenen Diamanten.

Auf der Basis der optischen Eigenschaften des Diamanten werden seit 1910 immer wieder weltweit Berechnungen angestellt, um die Proportionen eines Idealbrillanten zu ermitteln.

EPPLER ermittelte 1939 empirisch Proportionen für den Feinschliff der Praxis. Dieser Schliff gilt bis heute in Deutschland als Standard für die Bewertung eines Brillanten. Hauptkriterien sind neben den Schliffproportionen natürlich das Gewicht sowie die Reinheit und die Farbtönung eines Brillanten (siehe »Was ist ein Diamant wert«).

Im Wesentlichen wurden EPPLERS Schliffproportionen durch eine Arbeit von EULITZ 1972 mathematisch als optimaler Kompromiss zwischen Reflexion und Dispersion bestätigt. Den Berechnungen lagen in der Vergangenheit immer stark vereinfachte, zweidimensionale Modelle zugrunde.

Die moderne Computeranimation zeigt erst, wie kompliziert der Lichtverlauf in einem Brillanten in Wirklichkeit ist.

Der Weg des Lichtes Durch einen Diamanten

In neuer Zeit wurde nachgewiesen, dass es bei runden Brillantschliffen durchaus Proportionen gibt, die deutlich vom Feinschliff der Praxis abweichen und trotzdem maximale Lichtausbeute ergeben können.

Zu beachten ist in jedem Fall, dass maximale Reflexion, also Leuchtkraft und Helligkeit des Steins, nur auf Kosten der Lichtstreuung, also des funkelnden bunten Farbenspiels des Steines, zu erreichen ist und dass die Steine mit dem lebendigsten buntestem Feuer, nicht die strahlend hellsten sein können.

Der modern proportionierte runde Brillantschliff, wie er den gültigen Graduierungsrichtlinien (Bewertungstabelle der Zertifikate) zugrunde liegt, stellt nach wie vor einen Kompromiss zwischen der Leuchtkraft des Steins und dem farbigem Funkeln der Dispersion dar.

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